29 Jun 2026

Überprüfung des GlüStV 2021 läuft: Bundesländer bewerten Kanalisierung und Spielerschutz

Blick auf die laufende Evaluierung des deutschen Glücksspielstaatsvertrags mit Dokumenten und Bundesländer-Flaggen

Die Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 hat begonnen und die 16 Bundesländer sammeln nun systematisch Daten zu den Auswirkungen auf die Kanalisierung legaler Angebote, den Spielerschutz sowie die Eindämmung illegaler Glücksspielaktivitäten. Experten der jeweiligen Ministerien koordinieren diesen Prozess, während Behördenvertreter Berichte aus den einzelnen Ländern zusammentragen und dabei sowohl positive Entwicklungen als auch bestehende Hürden dokumentieren.

Hintergründe zum GlüStV 2021 und dessen Zielen

Der im Jahr 2021 in Kraft getretene zwischenstaatliche Vertrag sollte erstmals ein einheitliches Regelwerk für Online-Glücksspiel in Deutschland schaffen und gleichzeitig strenge Vorgaben für Werbung, Einzahlungslimits sowie verantwortungsvolles Spielen festlegen. Forscher und Regulierungsstellen haben seitdem die Umsetzung in den Bundesländern beobachtet und dabei festgestellt, dass die Kanalisierung legaler Plattformen zwar Fortschritte zeigt, jedoch weiterhin mit Konkurrenz durch nicht lizenzierte Anbieter konfrontiert ist. Die Bewertung konzentriert sich darauf, wie effektiv diese Maßnahmen die Spieler zu regulierten Angeboten lenken und illegale Märkte eindämmen.

Der aktuelle Bewertungsprozess in den Bundesländern

Seit Beginn der Evaluierung im Jahr 2025 arbeiten die zuständigen Stellen in allen 16 Ländern an einer gemeinsamen Datengrundlage, die bis zum 31. Dezember 2026 in einem umfassenden Bericht zusammengefasst werden soll. In Juni 2026 laufen bereits erste Zwischenanalysen, bei denen Vertreter aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen ihre Erkenntnisse zu Spielerschutzmechanismen und Kanalisierungsraten austauschen. Die Glücksspielbehörde unterstützt diesen Austausch mit zentralen Statistiken, die Aufschluss über Lizenzvergaben und Überwachungsmaßnahmen geben.

Bewertungskriterien: Kanalisierung, Spielerschutz und illegales Angebot

Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Aspekte, die in den Berichten der Länder detailliert untersucht werden, und zwar die Quote der Spieler, die legale Angebote nutzen, die Wirksamkeit von Schutzmechanismen wie Einzahlungslimits und Selbstsperren sowie der Rückgang illegaler Plattformen. Daten der Behörden zeigen, dass die Kanalisierung in manchen Regionen bereits messbare Erfolge verzeichnet, während in anderen Gebieten der Schwarzmarkt weiterhin stark präsent bleibt und dadurch Anpassungen notwendig machen könnte. Die Bundesländer prüfen zudem, ob die strengen Werberichtlinien und Zugangsbeschränkungen die gewünschten Effekte erzielen oder ob sie ungewollt Spieler zu unlizenzierten Alternativen treiben.

Analysetools und Berichte zur Evaluierung des GlüStV 2021 auf einem Konferenztisch

Mögliche regulatorische Anpassungen und erste positive Signale

Der Abschlussbericht soll als Grundlage für mögliche Änderungen am Vertrag dienen, und Beobachter berichten bereits von ersten ermutigenden Entwicklungen, die als grüne Triebe in einem sonst herausfordernden Umfeld beschrieben werden. Diese Signale umfassen verbesserte technische Überwachungssysteme sowie eine höhere Akzeptanz lizenzierter Angebote in bestimmten Altersgruppen, doch gleichzeitig bestehen Herausforderungen durch die Konkurrenz des illegalen Marktes und die strikten Vorgaben, die manche Spieler abschrecken. Die 16 Länder diskutieren nun, welche Anpassungen notwendig sind, um die Balance zwischen Schutz und Attraktivität legaler Angebote zu verbessern.

Auswirkungen auf europäische Nachbarländer

Die Ergebnisse der deutschen Evaluierung könnten auch für andere europäische Staaten relevant sein, die ähnliche Regulierungsansätze verfolgen, und Beobachter weisen darauf hin, dass grüne Triebe in Deutschland als Orientierung für Nachbarländer dienen könnten. Während der Bericht noch nicht vorliegt, tauschen sich Experten bereits über grenzüberschreitende Erkenntnisse aus und betrachten, wie die deutschen Erfahrungen mit Kanalisierung und Spielerschutz auf andere Märkte übertragbar sind. Die Glücksspielbehörde stellt dabei zentrale Daten zur Verfügung, die den länderübergreifenden Vergleich erleichtern.

Schlussfolgerung

Die laufende Überprüfung des GlüStV 2021 liefert bis Ende 2026 eine fundierte Basis für Entscheidungen über regulatorische Anpassungen, und die 16 Bundesländer arbeiten daran, alle relevanten Aspekte von Kanalisierung bis zum Umgang mit illegalem Glücksspiel abzudecken. Positive Entwicklungen stehen dabei neben anhaltenden Herausforderungen, sodass der finale Bericht klare Handlungsempfehlungen erwarten lässt.